VALENTINA BURIGO
INTERIOR DESIGN
JournalJournal
ProjektanalyseProject Analysis

Warum ein Flur nie nur ein Flur istWhy a Hallway Is Never Just a Hallway

5. Juni 2026

VorherBefore

NachherAfter

Der Flur gilt oft als Restfläche. Ein Ort, durch den man geht, nicht in dem man ist. Genau deshalb wird er meistens zuletzt geplant — und zuerst vernachlässigt.

Beim Projekt Hallway — 1120 Wien war die Ausgangslage typisch: ein Vorzimmer, das nicht klein war, sondern überladen. Garderobe, Schuhschrank, Post, Schlüsselablage, Spiegel, Kinderwagen — jedes Element für sich sinnvoll, in der Summe aber ohne Ordnung. Das Ergebnis: ein Raum, der nach Durchgang aussah, nicht nach Ankunft.

Reduktion vor Ergänzung

Der erste Schritt war keine Gestaltung, sondern eine Entscheidung: was bleibt, was geht. Nicht jedes Möbelstück, das in einen Flur passt, muss auch dort stehen. Die Regel des Studios — 60 % ruhige Basis, 30 % natürliche Materialien, 10 % Charakter — wurde hier besonders wörtlich genommen: helle Eiche und Weiß als Basis, Wiener Geflecht als das eine Material, das Wärme und Handwerk einbringt.

Volumen statt Möbelstücke

Anstatt einzelne Möbel zu ersetzen, wurden die Volumen im Raum neu ausgerichtet: eine durchgehende Linie statt mehrerer unterschiedlich hoher Elemente. Stauraum wurde zu Struktur — sichtbar aufgeräumt, nicht versteckt.

Licht als Gestaltungsmittel

Ein Flur hat selten viel natürliches Licht. Umso wichtiger wird die Führung von Kunstlicht: warm, indirekt, entlang der neuen Linie geführt, statt einer einzelnen Deckenleuchte in der Mitte des Raums.

Das Ergebnis

Aus einem Durchgangsraum wurde der ruhige Auftakt der Wohnung — der erste Eindruck, den man beim Nachhausekommen hat, und der letzte beim Verlassen.

Drei Prinzipien für den eigenen Eingangsbereich

1. Weniger, aber besser platzierte Möbel schlagen immer mehr Stauraum.
2. Eine Materialgeschichte reicht — nicht fünf.
3. Licht sollte bis zur hintersten Wand reichen, nicht nur über der Tür hängen.

Der Flur ist kein Nebenraum. Er ist die erste Zeile eines Textes, den der Rest der Wohnung weitererzählt.

The hallway is often treated as leftover space — somewhere you pass through, not somewhere you are. Which is exactly why it's usually planned last, and neglected first.

The starting point for Hallway — 1120 Wien was typical: an entrance hall that wasn't small, just overloaded. Coat rack, shoe cabinet, mail, keys, a mirror, a pram — each element reasonable on its own, but with no order between them. The result was a space that looked like a passage, not an arrival.

Reduction before addition

The first step wasn't design — it was a decision: what stays, what goes. Not every piece of furniture that fits in a hallway needs to be there. The studio's rule — 60% quiet foundation, 30% natural materials, 10% character — was applied almost literally here: pale oak and white as the base, Viennese cane as the one material carrying warmth and craft.

Volume over furniture

Rather than swapping pieces one by one, the volumes in the space were realigned into a single continuous line instead of several elements of different heights. Storage became structure — visibly ordered, not hidden away.

Light as a design tool

Hallways rarely get much daylight, which makes the path of artificial light more important, not less: warm, indirect, guided along the new line — instead of a single ceiling fixture in the middle of the room.

The result

What was once a passage became the calm opening note of the home — the first impression on arriving, and the last on leaving.

Three principles for your own entrance

1. Fewer, better-placed pieces always beat more storage.
2. One material story is enough — not five.
3. Light should reach the far wall, not just hang over the door.

A hallway isn't a side room. It's the first line of a story the rest of the home goes on to tell.

Ein eigenes Vorzimmer, das nach Durchgang statt nach Ankunft aussieht?Your own entrance looking more like a passage than an arrival?

Erstgespräch vereinbarenBook a consultation